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Tree for two | Straszer Egon

stone_clearing
3 Serpentinite, 2011, skulptiert 14x14x50 cm, 41x41x184 cm auf Sockel

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Straszer Egon

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Biografie

1966 geboren in Malta / Kärnten
1981 bis 1990 Ausbildung zum Kunstschmied, Holzbildhauer,  Steinbildhauer
1993 bis 1995 Assistent an der Int. Sommerakademie Salzburg bei Prof. Zenzmaier
Vertreten in den Sammlungen: Land Niederösterreich, Würth Böheimkirchen, Strabag Kunstforum, Kelag, Infinion,

Aktivitäten Auszug

2019   „EEU“, Galerie 2, St. Andrä Lavanttal; „schwere“ Kunst:Werk, St. Pölten; „Kunst aus der Kiste“, Kunstverein Klagenfurt;
2018    Galerie pro_arte Hallein; KUNSTradln in Millstatt
2017    „friendsart“, Kunstraum Bernsteiner, Wien
2016    „schwarz, weiß & grau“ Kunst:Werk St. Pölten, Wein & Kunst, Kodolitsch, Steiermark
2015    Barrierefreiheit im Kopf I Brotfabrik Wien; Benefiz Auktion Sotheby’s | Semperdepot Wien; Kunstbuch Präsentation „Lichtungen_Egon Straszer“; „3 D“ Landesverband der NÖ Kunstvereine, NÖ DOK, St. Pölten
2014    „die stadt als galerie“ St. Andrä, „Art Austria“ Wien, „ Art & Antique“ Salzburg; „Transformation und Inversion“ Künstlerhaus Klagenfurt; „Who the F*** is Otto“, Symposion, Organisatior, Teilnehmer
2013    „outstanding“ kunstwerk krastal
2012    Ausstellungsbrücke Land NÖ,Struktur & Immaterialität – Künstlerhaus Klagenfurt; Kunstraumarcade Mödling
2011    Schau-Kraft Kelag, zeitgenössische Kunst aus Mitteleuropa Stift Lilenfeld
2010    Symposion Krastal, Sammlung Würth, Böheimkrchen NÖ, Kleine Galerie Künstlerhaus, Klagenfurt; Kunst und Antiqitätenmesse Salzburg Stand Galerie Walker/Kärnten; Vierzehen, St. Gallen/Schweiz
2009    Vorstandsmitglied (Kunstwerk) Krastal, Symposion Maria Saal, Landschaft im Wandel; Weinburg, Galerie Raumimpuls, Waidhofen/Ybbs
2008    Symposion Pathfinder (Kunstwerk) Krastal; Emanzipation und Konfrontation (Kunst aus Kärnten – 1945 bis heute) K 08
2007    Umzug nach Niederösterreich; „first flush“ Casino Velden
2006    „solisombra“ – Galerie Walker, Outdoor – Künstlerhaus Klagenfurt; Förderungspreis vom Land Kärnten für Bildende Kunst 2006
2005    Galerie Prisma/Bozen, Symposion Krastal „Geschlossene Gesellschaft“; Vertreten Schloß Ebenau „Galerie Walcker“
2004    Natura Arte Mailand/Italien , Galerie Gmünd in Kärnten, Galerie Freihausgasse Villach in Kärnten, Buch Erstling „Dinge an sich“ Wieser- Verlag, Publikation:“ Dinge an sich“ Kunstbuch, 2003704, Wieser Verlag, Klagenfurt, ISBN; 3-85129-590-0 (gemeinsam mit Michael Kos)
2003    Stone washed/Mistelbach; Int. Symposion Krastal – Öhringen/Österreich – Deutschland
2002    europe art languages/Parco Milano sud 1, out door show/Kunstverein Klg., Privatvergnügen/Kras, Zell am See (Eis Symposion)
2001    Int. Symposion Krastal, „PSSWK“/Sistiana Ital., Galerie am Berg/Oberösterreich
Akademie der Künste/Künstlerhof Buch – Berlin
Int. Symposion „ Steine ohne Grenzen“ Berlin – Brandenburg
Int. Symposion „ Steine ohne Grenzen“ Berlin – Teltow
1997 bis 1999 drei Arbeiten im öffentlichen Raum vom Entwurf bis zur Fertigstellung:
Brunnenanlage zur Hl. Katharina, Brunnenanlage „hydor men ariston“
„Giaß enk“ – Kabine, Infostand Installation mit integrierter Fernsehanlage
Gallerie am Berg Oberösterreich
1996    Galerie Pro Arte 6+2 7 Hallein, Fabrik BKK600 7 Salzburg
1995    Fabrik BKK600 EUG jetzt = später/Salzburg
1994    „Salzlos“ Begleitausstellung zur Landesausstellung, Salzburg – Hallein, Berchthold Villa/Salzburg, „Idole“ Wien – Lainz
1993    Int. Symposion Malta/Kärnten, Galerie Forum – Wels
1992    Int. Symposion Adnet, Landeskrankenhaus Salzburg
1991    Int. Symposion Adnet
1990    Gründung der Bronzegemeinschaft EUG/Salzburg

Es ist, als ob jeder Stein für sich auf der Welt wäre, wo doch die ganze Weltkugel aus Stein ist, wenigstens an ihrer Oberfläche. Es könnte dies der Grund dafür sein, dass der Mensch seit eh und je dem Stein sein Ebenbild abringen wollte, denn mit den Menschen ist es wie mit den Steinen: es gibt viele, aber jeder ist anders.

Die ältesten Höhlenmalereien erzählen von der Jagd, sie zeigen den Menschen in Bewegung, bei der Arbeit; die ältesten figürlich gestalteten Steine zeigen ihn als etwas Wesenhaftes, als etwas So-Seiendes. Die gemalten Menschen sind männlichen, die gehauenen weiblichen Geschlechts. Seit fast 40.000 Jahren kommt der Mensch vom Stein nicht los, mag die Bildhauerei auch immer wieder in Zweifel gezogen werden, ist ihr das Pathetische doch inhärent. Steine können mächtig sein, sehr mächtig, und daher lässt sich in keiner anderen Kulturtechnik das menschliche Maß so übersteigern wie in der Behauung eines Steins: ins Groteske, ins Lächerliche, ins Pathetische, ins Gigantische. In Stein lässt sich aus jedem David ein Goliath machen, aber wehe aus einem Zwerg wird ein Riese! Ebenso eingeschrieben ist dem Stein das Mythische, das Geheimnisvolle.

So wie das Aufrechten und das Liegende gegeneinander verlangen, gehört zum menschlichen Körper, der an sich Ungestalt ist, die regelmäßige Form, an die es sich schmiegen lässt: die Schale, das Ei, das Gewölbte und das Hohle, die Höhle – haptische Sehnsuchtsformen des Menschen. Und immer, wenn die Künstler begannen, geschwätzig zu werden, an Tempeln, Stadtmauern oder Kirchen, wurden die Standbilder noch um einiges ausdrucksvoller. Das Relief lässt sich ja trefflich dem Epischen zuordnen; die Statue und das abstrakte Objekt der Poesie, und zu gewissen Zeiten wird es hoch dramatisch, was immer auch eine Virtuosität voraussetzt, welche die Kunst hinter dem Handwerk zum Verschwinden bringt.

Diesen grundlegenden Dispositionen des Materials entsprechend verhalten wir uns zu ihm. Wir lesen ein Relief, als wäre es ein Buch, und niemand hat intensiver gelesen als Peter Weiss in der Ästhetik des Widerstands am Pergamon-Altar. Wir umkreisen unsere verschiedenen Ebenbilder und ziehen von daher unsere Kreise immer weiter,  wie Lessing im „Laokoon“, bis sie die ganze Welt und damit die ganze Kunst umfassen, oder wir sublimieren das Komplizierte im Poetischen, wie Rilke im Sonett über den Brunnen in der Villa Borghese.

Der moderne Mensch zeigt sich erstmals in Donatellos Statuen Florentiner Bürger am Campanile des Domes. Seitdem ist es in einem Metier, zu dem in jedem Jahrhundert nicht mehr als eine Handvoll substantielle Aussagen getroffen werden, alles andere als leicht, neue Wege zu gehen, den Zeitgeist auf den Punkt zu bringen, ohne zur Eintagsfliege zu regredieren. Sich dies alles zu vergegenwärtigen erleichtert den Zugang zum Werk Egon Straszers, insbesondere jenen zur Werkgruppe „stone_clearing“.

Egon Straszer, einen klassisch ausgebildeten Kunstschmied, hat der Stein von seiner ersten Begegnung mit ihm keine Ruhe mehr gelassen und er ist hochkonzentriert und philosophisch – sind nicht die Bildhauer immer schon die Philosophen unter den Künstlern und die Handwerker unter den Philosophen gewesen? – an ihn herangegangen. Er be-zeichnet ihn, sammelt seine Gedanken in ihm, er be-nutzt ihn als (Ge)Denk-Tafel, er enthüllt seinen Kern und er höhlt ihn aus, bis nur noch ein filigranes Gespinst von Steinfäden das Bersten des Steins zu verhindern scheint. stone_clearing geht von solchen Bearbeitungen aus, lässt sie aber auf einem radikalen Weg zu einer neuartigen Figuralität weit hinter sich und hebt gleichzeitig unser Bild vom Stein selbst auf.

Mittels einer präzise gesteuerten Filtrierung des steinernen Quaders schreibt Straszer diesem eine Figur ein, die wir nicht greifen, sondern nur als Schatten gegen einen lichten Hintergrund wahrnehmen können. Dass wir die dem Stein innewohnende Gestalt nicht mehr greifen können, treibt die Dichotomie des digitalen Zeitalters zwischen Virtualität und Präsenz auf eine steinerne Spitze. Je grösser die Distanz, desto deutlicher erkennen wir die Figur im Kern des Steins, die unfassbar bleibt.

Der „sprechende Stein“ ist eine alte Metapher, die versinnbildlicht, dass auch das Stumme etwas zu erzählen weiß und dass selbst dem widerständigsten Material eine Geschichte eingeschrieben ist. In der Kunst am Beginn des 21. Jahrhunderts schweigen die Steine immer öfter, als hätten sie genug von den begehrenden Blicken und tastenden Händen der Vielen. Auch damit spielen die Werke Egon Straszers virtuos, indem sie die Form dem Begehren des Betrachters entziehen. An Egon Straszers schönen Steinen lässt sich lernen, wieso wir begehren, was nicht zu begreifen ist.

Dr. Peter Zawrel

 

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